Proktologie, Hämorrhoiden-Erkrankungen

Krankheiten des sogenannten hämorrhoidalen Symptomenkomplexes sind in der Regel mit einfachen Untersuchungs- und Therapietechniken behandelbar.

Für die Abklärung von Hauterkrankungen im Enddarmbereich, z.B. Ekzemen, Rissen (Fissuren) bis hin zu Hämorrhoiden, steht ein Anoskop, ein Proktoskop und ein Rektoskop zur Verfügung. Dabei wird ein kleines Rohr (Endoskop) in den After eingeführt. Mit Hilfe einer Lichtquelle können so die Verhältnisse im Enddarm, bei Bedarf bis zu einer Höhe von 30 cm, gezielt untersucht werden. Hämorrhoiden können dann verödet (sklerosiert) werden, oder mit einem Gummiband abgebunden werden (sog. Gummibandligatur). Dazu sind jeweils meistens mehrere Sitzungen notwendig.

Da es durch die Behandlung von chronischen Ekzemen im Enddarmbereich gelegentlich zu Allergien auf Salben und deren Inhaltstoffe kommen kann, gehört die Austestung mit einem Epikutan-Test zu den, in einem solchen Fall notwendigen, Untersuchungsverfahren. Ebenso werden im Zuge der Behandlung ggf. infektiöse Erkrankungen im Enddarmbereich oder am After ausgeschlossen.

Hämorrhoiden zeichnen sich häufig durch Blutauflagerungen auf dem Stuhl aus. Solche Ereignisse müssen unbedingt abgeklärt werden, da sich hinter einer derartigen Blutung und vermeintlichen Hämorrhoiden mitunter auch ein Darmkrebs oder entzündliche Darmerkrankungen verbergen kann. Deshalb sollte bei entsprechendem Verdacht auch eine Darmspiegelung durchgeführt werden.

Seit 1. April 2017 steht allen Patieninnen und Patienten über 50 der neue iFobt (immunologischer fäkaler Okkultbluttest) zur Abklärung eines Darmkrebsverdachtes als kassenmedizinische Leistung zur Verfügung. Sie bekommen hierfür ein Labor-Set mit nach Hause und bringen uns dann die Probe wieder in die Praxis. Wir schicken diese dann zur Analyse ins Labor. Bei Auffälligkeiten muss dann eine Darmspiegelung erfolgen. Man kann jedoch durch diesen einfachen Test im Vorfeld bereits einen Darmkrebs-Verdacht sehr sicher ausräumen.

Photodynamische Therapie (=PDT)

Die Photodynamische Therapie wird insbesondere bei flächenhaften aktinischen Keratosen (Vorstufen des weißen Hautkrebses) sowie bei oberflächlichen Basaliomen (auch superfizielle Basalzellkarzinome genannt) durchgeführt.

Welche Hautkrebsarten können damit behandelt werden?

Die PDT ist eine sehr gute Möglichkeit, insbesondere großflächige Ausdehnungen -auch Feldkanzerisierung genannt- von Hautkrebsvorstufen (sog. aktinischen Keratosen) zu behandeln. Wichtig ist, dass nur relativ oberflächliche Hautkrebszellen mittels Photodynamischer Therapie behandelt werden sollten. Der Grund liegt in der Wirktiefe, die sich auf wenige Millimeter beschränkt, so dass tiefreichende Hautkrebsarten nicht vollständig durch diese Behandlungsoption erfasst werden können. Dennoch stellt die Photodynamische Therapie in sehr vielen Fällen eine zusätzliche, sehr aussichtsreiche Möglichkeit zur Behandlung von Hautkrebs (-vorstufen) dar.

Wie wird die PDT/Lichttherapie durchgeführt?

Zuerst stellt der Hautarzt durch eine Untersuchung mit dem Dermatoskop (Handlupe) oder im Zweifel mittels Probeentnahmen die exakte Diagnose. Anschließend werden die Behandlungsareale festgelegt. Im Rahmen seines Therapieplans stellt der Facharzt die Gesamtfläche, die Abfolge sowie die Unterteilung in einzelne Sitzungen fest.

 

Mittlerweile existieren verschiedene Behandlungsprotokolle für unterschiedlichen Formen der PDT. Die für Sie sinnvolle Variante wird mit Ihnen bei der Therapiebesprechung erörtert.

Danach erhalten Sie einen Termin für die PDT.

Schritt 1: An Ihrem Behandlungstag wird eine spezielle Salbe auf die erkrankten Hautareale aufgetragen und mit einer lichtundurchlässigen Folie abgedeckt. Diese Salbe muss nun etwa drei Stunden einwirken. Abweichungen von diesem Zeitablauf sind möglich. In dieser Zeit müssen Sie nicht in unserer Praxis bleiben.

Schritt 2: Etwa drei Stunden danach kehren Sie wieder in die Praxis zurück, die Folie sowie die Salbe können Sie bereits vor dem Weg zur Praxis von der Haut entfernen. In der Zwischenzeit konnte der Wirkstoff aus der Salbe in die Hautkrebszellen eindringen und diese lichtempfindlich machen.

Schritt 3: Nachdem die Hautkrebszellen auf diese Weise gegenüber Lichtstrahlen besonders empfänglich geworden sind, kann die Behandlung beginnen.  

Schritt 4: Nun beginnt die Lichttherapie. Hierbei wird die Behandlungsfläche für etwa acht bis zwanzig Minuten von einer speziellen Rotlichtlampe erwärmt. Während der Belichtung entsteht Wärme auf der Haut bzw. direkt in den Hautkrebszellen. Hierdurch werden die Hautkrebszellen überwärmt und geschädigt. Sie werden vom Körper in den folgenden Tagen durch Krustenbildung abgestoßen. Gleichzeitig bildet sich in diesen Arealen neue gesunde Haut.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Während der Belichtung entsteht immer ein Wärmegefühl auf der Haut. Dieses ist in der Regel leicht bis mäßig spürbar. Sollte Ihre Haut aber doch zu warm werden, wird die Lampe kurz ausgeschaltet oder der Abstand der Lampe zur Haut vergrößert. Zusätzlich kann die Haut bei Bedarf gekühlt werden (Cool-Pack oder Kaltluftkühlung). So können auch größere Flächen behandelt werden. Währenddessen sind Sie nicht alleine. Der Arzt oder die Arzthelferin begleiten Sie durch die Behandlungszeit.

Wie sieht man nach der Behandlung aus?

Sie sollten bei der Planung der Photodynamischen Therapie darauf achten, dass in den darauffolgenden 7 – 10 Tagen eine Rötung und Schälung zu sehen ist. Durch die Behandlung wird eine mehr oder minder starke Rötung hervorgerufen. Das ist so gewollt und für die Wirkung der PDT von großer Bedeutung. Man sieht meist eine flächige Rötung und manchmal auch zarte Krusten an den behandelten Hautarealen. Je stärker die Reaktion ausfällt, desto mehr Hautkrebszellen wurden durch die Wärme zerstört. Das bedeutet: Je mehr die Haut reagiert, desto wichtiger war es, dass diese Behandlung durchgeführt wurde. Nach sieben bis zehn Tagen bilden sich die Rötungen zurück, und die feinen Krusten blättern ab. Bei den alltäglichen Erledigungen sind Sie nicht eingeschränkt. Lediglich vor Sonneneinstrahlung sollten Sie sich 24 Stunden nach der Behandlung schützen (Mütze, Hut, Sonnenschutzcreme). Sollte es in seltenen Fällen jedoch einmal zu sehr ausgprägten Abstossungsreaktionen kommen, sollten Sie in unsere Praxis kommen, um ggf. Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Kontrolle nach der Therapie

Nach der Lichtbehandlung (Photodynamischen Therapie, PDT) erfolgt in der Regel eine Kontrolle der behandelten Hautareale nach etwa zwei Monaten, um den Erfolg zu überprüfen. In einigen Fällen kann eine zeitnahe Kontrolle vorher (etwa zwei bis vier Tage nach der Belichtung) sinnvoll sein. Dies ist dann wichtig, wenn eine zu schwache oder eine zu intensive Rötung erwartet wird. Der Hautarzt kann so den Erfolg und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen genauer einschätzen und mit Ihnen planen. Gelegentlich ist eine Wiederholung dieser Behandlung nach zwei Monaten notwendig.

Ich bin nicht privat versichert. Was kostet eine Photodynamische Therapie für Selbstzahler?

Alle Behandlungen werden ordnungsgemäß nach den Vorgaben der gesetzlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Daher gibt es zwischen den Privatpatienten und den Selbstzahler-Patienten in unserer Praxis keine Unterschiede. Unser Ziel ist die professionelle fachärztliche Versorgung aller Patienten, die in unsere Praxis kommen. Das Behandlungsziel ist immer die vollständige Heilung, oder zumindest die deutliche Reduzierung der Hautkrebsvorstufen. Die Behandlungskosten richten sich letztlich nach der Behandlungsfläche, der Menge an verwendeter wirkstoffhaltiger Spezialsalbe sowie nach der Anzahl der Belichtungsareale und liegen im Durchschnitt bei etwa 330 Euro.

Vereinbaren Sie einfach einen Termin bei einem unserer Fachärzte. Wir helfen Ihnen sehr gerne weiter!

Unter systemischer Therapie versteht man die Verabreichung von  Medikamenten in Tablettenform, Infusionstherapien oder Spritzentherapien. Diese Therapiearten nehmen zunehmend einen großen Stellenwert in der Therapie von Hauterkrankungen ein.

Je nach Art der Hauterkrankung stehen verschiedene Systemtherapeutika zur Auswahl, die individuell besprochen werden müssen. Einen großen Stellenwert haben mittlerweile Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen (modulieren), da sehr viele Hauterkrankungen auf einer Störung des Immunsystens beruhen.

Gerade bei der Behandlung der Schuppenflechte/Psoriasis stehen uns heute eine Vielzahl von den sogenannten „Biologics“ zur Verfügung. Auch bei der chronischen Form der Nesselsucht/Urticaria oder der Neurodermitis kann mit Immuntheraupeutika heute gut geholfen werden.

Dermatologisch-onkologische Nachsorge

Bei Hautkrebs unterscheidet man zwischen dem schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) und dem wesentlich häufigeren hellen Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom) sowie  Vorstufen des hellen Hautkrebses (aktinische Keratosen).

Neben der Hautkrebsvorsorge bieten wir Ihnen verschiedene konservative Therapieoptionen (moderne Lokaltherapeutika, photodynamische Therapie) und operative Therapien an. Anschließend erfolgt eine Nachsorge nach den Empfehlungen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie. Falls erforderlich arbeiten wir mit den umliegenden Hauttumorzentren in den Hautkliniken zusammen.

Neben den o.g. Erkrankungen gibt es noch seltenere Hautkrebsarten wie Hautlymphome und Sarkome. 

Für den hellen Hautkrebs kann ggf. geprüft werden, ob es sich um eine Berufserkrankung nach Ziffer 5103 der Berufskrankheitenverordnung handelt. In unserer Praxis erstatten wir regelmäßig auch Gutachten im Auftrag der Berufsgenossenschaften.

Die klassische Therapie in der Therapie von Hauterkrankungen ist natürlich die individuelle Rezeptur von Therapeutika.

Hierbei spielt die Galenik (vereinfacht gesagt: das Verhältnis von Öl zu Wasser in der Grundlage) eine erhebliche therapeutische Rolle. Denn je nachdem, ob man eine Paste, eine Salbe, eine Creme, eine Lotion oder auch mal eine Schüttelmixtur oder eine alkoholische Zubereitung rezeptiert, können die verschiedenen Hauterkrankungen oder auch verschieden Phasen einer Hauterkrankung individuell behandelt werden.

Durch eine Novellierung der Apotheken-Mischgebühren, kann es in manchen Fällen besser sein, auf vorgefertigte Produkte zurückzugreifen.

 

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